Unerzählte Geschichten 6

Die Geschichte eines Mannes,
der, unzählige Kontaktanzeigen aufgebend,
alle Zuschriften sammelt, ordnet und archiviert,
und sie immer wieder von Neuem liest,
doch auf keine einzige jemals antworten wird,
und der sich so etwas weniger einsam fühlt.

(Henning Sabo)
Wie die ersten vier – nachzulesen hier unter »Heute (Blog)« vom 24. bis 27. Januar 2013 –, so beruht auch diese »Unerzählte Geschichte« auf Aufzeichnungen aus dem Jahr 1981, die ich erst jetzt »wieder entdeckt« habe. Obwohl ich diese nahezu unverändert übernehmen konnte, habe ich mich entschlossen, diese Geschichten mit dem Datum ihrer jetzigen Wiederentdeckung und Ausformulierung zu versehen.

Ella (Junges Herz & »Alte Seele«)

Meine Verbeugung vor einer jungen Frau, die ich beim »Link-Hopping« entdeckte, die mich tief beeindruckte und für die ich mich begeistere.

Die weltweit grassierenden Talent-Casting-Shows sind gewiss eine sehr fragwürdige Angelegenheit und hinterlassen einen etwas zwiespältigen Nachgeschmack. »Fördern & Entdecken vs. Ausbeuten & Vermarkten«, so lautet das Geschäft, dem sich auch im Internet »nachsehen« lässt.

Ich schaute also dort einige dieser Ausschnitte, und in der Tat gab es einige Talente und manch gute Stimme – aber eine gab es, die war etwas ganz Besonderes, etwas absolut Außergewöhnliches. Ein echtes Erlebnis, eine wunderbare Entdeckung: Ella, Ella Henderson. Das Lied, mit dem sie sich bewarb, hatte sie selbst geschrieben und komponiert:

Ella Henderson [Audition]

Text und Musik auf ein Minimum reduziert, und dennoch entsteht ein Maximum an Ausdruck und Intensität. Eine gute Songschreiberin, ja, aber weit mehr als eine gute Sängerin. Eine fantastische Stimme, eine, die sich ihrer sicher ist, die in sich vibriert und sich ganz erfüllt. Aber vor allem: eine Stimme mit Seele! Ich gestehe es gerne, schon lange hat mich keine Stimme so tief und unmittelbar berührt wie die ihre.

Ella Henderson – »Believe« (Cher)

Bei ihrem zweiten Auftritt nahm Ella einen populären Pop-Song aus den 90ern und (»hauchte« wäre wohl das falsche Wort) atmete ihm derart viel Soul ein, dass man fast meint, eine »Schwarze Stimme« zu hören, die mich in ihrem kraftvollen, erdigen Timbre an Joan Armatrading oder Tracy Chapman erinnert. Ellas Stimme aber ist gleichzeitig hell, klar und kunstvoll, gleichermaßen himmlisch wie irdisch, mit einem Wort, sie ist zutiefst menschlich und authentisch, und das macht sie so besonders und außergewöhnlich. Sie lässt uns spüren, es ist ihre Bestimmung und ihre Erfüllung, da zu stehen und mit jeder Faser ihrer Seele zu singen.

Und da ich mich an ihr gar nicht satt hören kann, hier alle 7 Lieder, die sie im Laufe dieses Wettbewerbs gesungen hat. Das besondere bei Ella ist, dass sie aus jedem Lied etwas ganz Eigenes macht und dass dieses Eigene für mich immer wesentlich besser und intensiver als das Original ist – der Begriff »in den Schatten stellen« ist wohl kaum eindrücklicher zu illustrieren. Bei ihr wird jeder x-beliebige Song zu einem Ereignis, das das Original völlig vergessen lässt. Ella ist eben unvergleichlich. Seht, hört, genießt! Und wenn ihr einzig hört und die Augen schließt, würdet ihr es glauben, dass da gerade ein erst 16-jähriges Mädchen singt?

Ella Henderson: »Rule the World« (Take That)

Ella Henderson: »Loving You« (Minnie Ripperton)

Ella Henderson: »You’ve got the Love« (Candy Staton)

Ella Henderson: »Bring me to Life« (Evanescence)

Ella Henderson: »Firework« (Katy Perry)

Ella Henderson: »Written in the Stars« (Tinie Tempah)

Ella Henderson: »You’re the One that I want« (Grease)

Und noch etwas von dem, was wir in Zukunft von ihr hören werden:

Ella Henderson: »Waiting«

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