Wolfgang Riechmann – »Wunderbar«

Der Link zum Sonntag:

»Wunderbar«, eingespielt Ende 1977, Anfang 1978, heißt die erste offizielle Solo-LP von Wolfgang Riechmann. Und tatsächlich erklingen darauf wunderbar leichte, schwebende, fast heitere Melodien, rhythmisch unterlegt und allesamt elektronisch erzeugt. Das Werk gilt inzwischen als Meilenstein und Klassiker des deutschen Elektronik-Pop, als Monolith ebenso, denn Wolfgang Riechmann hat die Veröffentlichung dieses Werkes nicht mehr erlebt. Er starb am 24. August 1978, im Alter von 31 Jahren, an inneren Blutungen, infolge einer mutwilligen Messer-Attacke auf offener Straße einige Tage zuvor.

So stehen Musik und Titel dieser LP in einem seltsam befremdlichen und traurigen Kontrast zum tragischen Schicksal ihres Schöpfers. Ich habe das Titelstück ausgewählt, das nichts von seiner Frische verloren hat.

Wolfgang Riechmann – »Wunderbar«

Still ruht

Der Welt Erleben und Erscheinen –
Als könnte es nicht anders sein!
Nichts bleibt zu trennen, nichts zu einen –
Gewahr nurmehr ist nur noch: Sein.

Ist kein Bewegen, kein Verändern,
Ist alles Spiel der Flüchtigkeit;
Ist bloß eine tiefes Sich-Erinnern:
Still ruht in sich die Ewigkeit.

(Henning Sabo)

All das Dazwischen

Worin sich heute mein Leben erfüllte?

Vor einer Mauer zu sitzen
Und mich faszinieren zu lassen
Von all dem, was darauf spielte
Und wie zum Schein sich spiegelte:
Vom Lichte der Sonne,
Von den Schatten der Bäume,
Von der Blätter Tanzen
Und von all dem Dazwischen …

So tiefe Freude, so friedliche Stille!

(Henning Sabo)