Immer Sein

Die Zeiten werden immer unruhige sein,
Denn das ist ihr Wesen;
Die Welten werden immer trostlose sein,
Denn das ist ihr Wesen;
Die Menschen werden immer irrende sein,
Denn das ist ihr Wesen.

Dieses Sein wird immer Stille und Frieden sein,
Denn nichts anderes kann es sein,
Mag es uns auch als alles erscheinen.

(Henning Sabo)

Ablaye Cissoko & Volker Goetze – »Bouba«

Der Link zum Sonntag:

Heute möchte ich hier ein sehr ungewöhnliches Duo vorstellen, das wunderbar schöne und poetische Musik entstehen lässt. Es besteht aus dem senegalesischen Kora-Spieler und Sänger Ablaye Cissoko und dem deutschen Trompeter Volker Goetze. Die beiden haben zusammen bisher (2009, 2012 und 2014) drei CDs veröffentlicht, und es ist immer wieder ergreifend, zu hören, wie dezent sich Goetzes Trompetenspiel in das unprätentiöse Spiel Cissokos einfügt und sie so eine über alle kulturellen Unterschiede hinausführende Intensität erzeugen, die uns im innersten Herzen zu berühren vermag. Ich habe – nach längerem Suchen – eine sehr ansprechende Live-Aufnahme gefunden, die das auch in ihrer reduzierten Optik adäquat dokumentiert.

Ablaye Cissoko & Volker Goetze – »Bouba«

Wie Moment und wie Grund

Schnee fällt,
Knospen öffnen, Blüten entfalten sich;
Uns ist kalt
Und wir suchen im Warmen Schutz.

Von den Fischen im Wasser,
Von den Büschen im Garten,
Haben manche nicht überlebt –
Andre sind munter und stark.

Vieles ist fortgeblieben,
Ohne Erinnern, ohne Vermissen,
Doch auch aus Winter und Schatten
Tritt jetzt Bekanntes heiter ins Licht.

Nichts ist besser oder schlechter,
Wichtiger oder unwichtiger;
Es ist, was es ist,
Und es ist nichts als bloß Das.

Am Himmel, dem leeren,
Wechseln sich Sonne und Wolken,
In den Herzen der Menschen
Wandeln sich Liebe und Hass.

Stille und Frieden,
Nicht zu bezwingen, nicht zu ergründen,
Sind wie Quelle und Meer,
Wie Moment und wie Grund.

(Henning Sabo)

Die Meise

Die Meise

Sie lässt sich nicht darin ermüden,
Neu und neu und neu
Zu den gleichen Zweigen zu fliegen,
Und immer, immer wieder
Nach einem unsichtbaren Futter zu picken …

Und schau,
Das Leben scheint sie zu belohnen
Und stets dort etwas für sie abzulegen!

(Henning Sabo)