Im Absoluten

Alles, was kommt,
Kommt aus dem Absoluten –
Um wieder darin zu verschwinden.

Wird es festgehalten,
Entstehen Trennung und Leiden.

Lässt man es kommen und gehen,
Ist Leben einfach Sein
Und Sein ist einfach Leben –

Und jeder Augenblick
Ein Offenbaren seiner selbst.

Alles, was ist,
Ist im Absoluten –
Und ist nichts anderes als dies.

(Henning Sabo)

Musik aus Kasachstan – Kobys (Kobyz)

Der Link zum Sonntag:

Hand aufs Herz, was weißt Du von einem Land namens Kasachstan? Vielleicht, dass es das gibt und dass es irgendwo im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion – wahrscheinlich ziemlich weit im Osten – liegt. Aber sonst? Dass sich auf dem Staatsgebiet das »Baikonur« genannte »Kosmodrom« befindet, jener »Weltraumbahnhof«, von dem seit 1957 aus sowjetische bzw. russische Weltraummissionen starten? Auch der Aralsee liegt in Kasachstan, früher der viertgrößte Binnensee der Erde, seit 1960 aufgrund menschlicher Eingriffe immer »weiter« geschrumpft bzw. ausgetrocknet, sodass heute nur noch mehrere kleine Teil-Seen vorhanden sind. Und noch eine Größenordnung, die kaum bekannt sein dürfte, Kasachstan ist flächenmäßig – mit Grenzen zu Russland, China, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan und einem Zugang zum Kaspischen Meer – das neuntgrößte Land der Erde; die Bevölkerungsdichte mit etwa 7 Einwohnern pro Quadratkilometern aber eine der niedrigsten der Welt. Und hast Du je von der Hauptstadt Astana gehört?

Auch die Musik Kasachstans ist ziemlich unbekannt und hat auch keine besondere Eigenständigkeit oder Bedeutung erlangt. Sie beruht im Wesentlichen auf türkisch-persischen Musikformen, die sich z.T. mit eigenen schamanistisch geprägten Traditionen gemischt haben. Am prägendsten sind die Saiteninstrumente, die aus Zedernholz gefertigte Langhalslaute Dombra und die Kurzhals- oder Schalenholzlaute Kobys, die aus Birken- oder Maulbeerbaumholz geschnitzt wird. Beide haben nur zwei Saiten, bei der Dombra ursprünglich aus Darm, heute aus Nylon, bei der Kobys aus Pferdehaar. Die Kobys wird mit einem Bogen (auch aus Pferdehaar), also als Streichinstrument gespielt, die Dombra wird gezupft. Der Kobys werden magische Kräfte zugeschrieben und sie findet auch in schamanistischen Ritualen Verwendung.

Ich werde hier die Kobys vorstellen und zwar in zwei Live-Aufnahmen. Die erste mit einer Frau, deren Namen ich leider nicht herausgefunden habe, und zu der am Ende noch ein Cello und ein Klavier dazukommen. Die zweite mit Kazbek Adykei, einem Kobys-Spieler, der auch dazu singt. Als drittes noch einen sehr informativen Beitrag des Kasachischen Fernsehens (in englischer Sprache), der die Herstellung einer Kobys dokumentiert. Viel Spaß dabei.

Live-Aufnahme mit Kobys (und Cello und Klavier)

Live-Aufnahme Kazbek Adykei – Traditionelle Musik aus Kasachstan auf der Kobys (ca. 30 Minuten)

Dokumentation über die Herstellung einer Kobys (ca. 15 Minuten)

Umsonst

Ich wartete umsonst,
Dass es vom Himmel fiele.
Es wohnte nicht im Schatz,
Nicht in der tiefsten Erde.
Es war wie eben fort,
Wohin ich mich auch wendete.

Erst als ich matt
Vor meine Füße blickte,
Erkannte ich, dass es von dort
Mir still entgegen wuchs.

(Henning Sabo)
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