Auf einmal: Herbst

Auf einmal ist es Herbst geworden,
Und alles drängt nach innen,
Sich an sich selbst zu wärmen.

Auf einmal ist es Herbst geworden.
Du schaust nurmehr der Zeit Verrinnen
Und nach den großen Vogelschwärmen.

Auf einmal ist es Herbst geworden,
Und Worte wehen, wie: »von hinnen«,
»Verblühen«, und auch dies: »verhärmen«.

Auf einmal ist es Herbst geworden.
Du spürst die Stille sich in sich verspinnen
Und sich das Leben lösen aus dem Lärmen.

(Henning Sabo)

Sehen des Ziehen

Heute habe ich eine halbe Stunde lang
Einzig den Wolken
Beim Ziehen zugesehen.

Sie sprachen von Stille und Sein,
Und sie erklärten mir Sinn und das Leben –
In allen Einzelheiten.

So war ich gewiss,
Meine Zeit gut zu nutzen
Und dieses Dasein nicht zu verschwenden.

(Henning Sabo)

Am Platz

Ich sitze am Teich auf der Bank,
Er sitzt im Teich auf einem Stein.
Ich weiß nicht, ob er mich
So wahrnimmt, wie ich ihn;
Doch ich freue mich an jedem Abend,
Ihn wieder dort zu sehen.

Und so sitzen wir beide an unserem Platz,
Der kleine Frosch und ich.

(Henning Sabo)