Ungeteilt

In diesem unteilbaren Moment
Teilt sich alles mit.

Er ist einzig
Und er ist ganz allein für mich.

So leuchtet er durch alles
Und erleuchtet ein jedes.

Er erscheint einem jeden
Als eben dieser Moment.

Ein ewig Flüchtiger,
Der niemals verschwindet.

Der ohne Anfang
Und ohne Ende ist.

In diesem unteilbaren Moment
Teilt sich alles mit.

(Henning Sabo)

Salamat Ali Khan – Ragas (Pakistan)

Der Link zum Sonntag:

Der im Westen wohl bekannteste pakistanische Musiker bzw. Sänger ist gewiss Nusrat Fateh Ali Khan, der den ekstatischen, aber in der Beherrschung und Durchdringung klassischer Gesangstechniken und Spielmuster wurzelnden Qawwali-Gesang weltweit populär gemacht und mit Einflüssen aus der Pop-Kultur gemischt hat.

Nusrat Fateh Ali Khan (1948–1997) erhielt seine Ausbildung in der Patiala-Gharana, ebenso wie Salamat Ali Khan (1934–2001), neben seinem Bruder Nazakat Ali Khan (1932-1983) der berühmteste klassische Sänger Pakistans, schon zu Lebzeiten eine Legende.

In der folgenden Aufnahme, sie stammt wohl aus den 70er Jahren, kann man diese Art des Gesangs sozusagen in Reinform erleben. Salamat Ali Khan spielt hier, wie meistens, zusammen mit seinen beiden Söhnen; zu Anfang gibt es ein längeres Interview, die Musik beginnt etwa nach 25 Minuten.

Salamat Ali Khan, Sharafat Ali Khan, Shafqat Ali Khan – Raag-Sham Vaati, Tumree-Dil de Ke Badnaam Kia, Raag Pahaadi-Dadra, Kafi-Baba Bulhey Shah, Raag-Malko

Entheben

So fesselt nichts mich mehr dem Leben,
Doch umso tiefer falle ich dem Sein;
Ich mag an alles mich vergeben
Und mich verliebt verbünden jedem Schein.

Zu nichts mehr hin geht all mein Streben,
Gleich gilt mir Lust wie Leid und Glück wie Pein;
Ob Auf, ob Ab, da ist nur noch Entheben,
Es taucht in sich ein Einzig und Allein.

Hier scheint’s Verwesen, dort Verweben,
Kein Mein ist und kein Dein, kein Ja, kein Nein;
Der nennt es Stürzen wohl und dieser Schweben,
Es ist nicht arg noch rein, nicht groß noch klein.

So stürmt und strauchelt alles Beben
Und lässt nicht Bein an Bein, nicht Stein auf Stein;
Was bleibt, ist diese Stille eben,
Und darin nichts als selig sein.

(Henning Sabo)