Stille=Sein

Ich suchte das Lärmen, das Drängen, das Regen,
Auf all diesen Märkten und Plätzen und Wegen,
Zu schauen, ob sie nicht doch noch gewännen
Gegen die Stille im heiteren Innen.

Doch war ohne Namen und ohne ein Trennen
Nun alles, was war, und nichts andres als mein;
Ich wusste kein Außen mir mehr zu benennen,
Da war nur noch Stille, und Stille war Sein.

(Henning Sabo)

Der ich bin

Ich sehe, wie die Flüsse strömen,
Ich, der ich Quelle bin;
Ich sehe, wie die Blätter fallen,
Ich, der ich Erde bin.

So sehe ich die Wolken ziehen,
Ich, der ich Himmel bin;
So sehe ich das Kommen gehen,
Ich, der ich Bleiben bin.

Ich sehe das Leben, ich sehe das Sterben,
Ich, der ich bin.

(Henning Sabo)

Schweben im Verweben

All diese Spinnenweben,
Die sich im Wellenwinde heben,
Um wie im Trance nun auf und ab zu schweben;

Wie sie im wilden Tanze springen,
In seinen Rhythmen zart und kräftig schwingen,
Von Licht und Luft betört vom Schwerelosen singen;

Bis sie aus Traum und Tag sich neigen
Und nichts als ihre Blöße zeigen,
Und schweigen, schweigen, schweigen.

(Henning Sabo)
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