Breaking The Silence – Music in Afghanistan

Der Link zum Sonntag:

Immer, wenn ich für einen Musikbeitrag des »Link zum Sonntag« im Internet recherchiere, finde ich dort so viele interessante Beiträge zum gesuchten Thema, neben diesem und über es hinaus, dass ich immer das Gefühl habe, allein nur mit diesen – und dann mit denen, die ich über diese finde, und dann immer so weiter fort – alle kommenden Links zum Sonntag bestücken zu können, ohne dabei je in Verlegenheit zu geraten, auf etwas nur mäßig interessantes oder minder wertvolles zurückgreifen zu müssen.

Menschliche Kultur und Kreativität haben so wunderbare »Leistungen« hervorgebracht, in solch elementarer allgemeinmenschlicher Entsprechung wie in den unterschiedlichsten gruppenspezifischen oder individuellen Ausprägungen, dass es mich immer wieder erstaunt und überwältiget, fasziniert und berührt. Für mich am unmittelbarsten und nachhaltigsten erfahrbar in und durch die Musik, obwohl ich ganz natürlich auch einen offenen Blick und ein neugieriges Wahrnehmen für alle anderen Formen und Ausformungen menschlichen Kunstschaffens habe – und es auch darin immer wieder bedauere, nicht mehr Zeit als eben 24 Stunden pro Tag zur Verfügung zu haben, um all diese noch tiefer und eingehender kennenlernen und mich ihnen und der Erfahrung mit ihnen aussetzen zu können. Auch darin gilt eben:

»Kurz ist die Zeit, die uns gegeben, doch lang die Zeit, die uns die Künste nehmen.«
»Von kurzer Dauer ist das Menschenleben, von langer ist, sich einer Kunst zu geben.«
»Die Künste sich erst lang ergeben, doch kurz nur ist das Menschenleben.«
»Von kurzer Dauer ist das Leben, von langer, sich der Kunst zu geben.«
»Künste sich erst lang ergeben, doch kurz nur ist das Leben.«
»Die Kunst ergründen, dauert lang, das Leben leben, kurz.«
»Der Künste langes Werden, des Lebens kurzes Sein.«
»Die Kunst ist spät vollendet, doch das Leben früh.«
»Lang braucht die Kunst, kurz bleibt das Leben.«
»Die lange Reife der Künste, des Lebens kurze.«
»Der Künste lange Reife, des Lebens kurze.«
»Spät wird es Kunst, kurz bleibt das Leben.«
»Kunst braucht so lang, Sein ist so kurz!«
»So lang zur Kunst, so kurz das Leben!«
»Kunst bedarf Länge, Leben ist Kürze.«
»Zeit: Kunst braucht, Leben verliert.«
»Zum Tode kurz, zur Kunst so lang.«
»Langes Reifen, kurzes Sein.«
(Henning Sabo)
Nun ist das hier ganz ungeplant zu einem kleinen Essay meiner möglichen Übersetzungen des lateinischen »Ars longa, vita brevis« geworden; es hat mich gerade gereizt, das in eine möglichst »sprechende« und konzentrierte deutsche Fassung zu bringen. Und vielleicht gibt dies gleichzeitig einen kleinen Einblick in die Werkstatt des Dichters, in die unendliche Flut, der er sich aussetzt und die er in einem winzigen Tropfen einzufangen sucht.

Angesichts des Reichtums an Möglichkeiten, die wir Menschen haben, um uns künstlerisch und kreativ, still und tief, lebendig und dynamisch, spontan und exemplarisch, subtil und gewaltig. liebend und berührend auszudrücken, und angesichts der Flüchtigkeit und Verletzlichkeit unseres Daseins ist es umso paradoxer und widersprüchlicher, irrsinniger und wahnwitziger, dass wir ebenso in der Lage und mit furchterregender, fürchterlicher Selbstverständlichkeit auch bereit sind, all das willkürlich aufs Spiel zu setzen und wissentlich zu vernichten.

In diesem Kontext möchte ich hier den folgenden (englischsprachigen) Film vorstellen, eine Produktion der BBC aus dem Jahr 2002, in dem es um den Verlust und das Wiederfinden der Musik im Afghanistan der 80er und 90er Jahre geht. Dieses Video ist mir während meiner Recherche zur Musik Afghanistans vor Augen gekommen, siehe hierzu auch die Beiträge »Homayun Sakhi (Rubab) – live« und »Musik aus Afghanistan«. Ein Film über Bedeutung und Macht der Musik, in Zeiten des Krieges wie in Zeiten des Friedens. Darüber hinaus ein Film ganz allgemein über die Kraft des Künstlerischen, über seine latente Gefährdung und seine überdauernde Bedeutung:

Breaking The Silence – Music in Afghanistan

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