Zu viel Kriegen

Ich weiß nicht, wie lange mich die ersten vier Zeilen schon begleiten, vielleicht bereits seit zwei Jahrzehnten. Ich habe nie die rechte Fortführung gefunden und auch keinen Impuls verspürt, das Ganze zu beenden und abzuschließen. Vor ein paar Tagen haben sie sich spontan wieder aufgeschrieben und die nächsten beiden Zeilen sich ganz natürlich dazu eingefunden. Heute konnte ich ganz in diese Stimmung fallen, um sie endlich zu vollenden:

Ich bin müde, mein Herz
Wohin willst du noch schlagen?
So müde, mein Herz
Was ersehnst du denn noch?
Ich bin müde, mein Herz
Und ich kann’s nicht mehr tragen
So müde, mein Herz
Dieses elende Joch

Ich bin müde, mein Herz
Da ist zu viel Kriegen
So müde, mein Herz
So nimm mich hinfort!
Ich bin müde, mein Herz
Lass die Ströme versiegen!
So müde mein Herz
Und so stille mein Ort

Ich bin müde, mein Herz
Wohin willst du noch schlagen?
So müde, mein Herz
Was ersehnst du denn noch?

(Henning Sabo)

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