Yoruba Drums (Benin)

Der Link zum Sonntag:

Heute stelle ich hier mal wieder die ursprüngliche Musik eines Landes – also einen Teil seiner »Folklore« – vor, in diesem Fall ist es ein Teil der Folklore einer bestimmten in diesem Land lebenden Ethnie.

Das Land ist Benin, ein westafrikanischer Staat, der – umrahmt von Togo, Burkina Faso, Niger und Nigeria – am Atlantik (Golf von Guinea, Bucht von Benin) liegt. Die Ethnie sind die »Yoruba«, bei denen es sich eher um ein eine Sprachgruppe als um ein gemeinsames Volk handelt. Deren Ursprung vermutet man in Ägypten, heute findet man sie außer in Benin auch noch in Ghana und Togo, mehrheitlich aber im Südwesten von Nigeria.

Die Musik ist Trommelmusik, genauer gesagt Musik von Trommel-Gruppen, die »Dundun«- oder »Bata«-Trommeln benutzen. Die Bata-Trommeln sind sehr eng mit Mythologie und Religion der Yoruba verbunden, die als Ursprung einer ganzen Reihe afroamerikanischer religiöser Traditionen gelten, zu denen u.a. Vodoun (Voodoo), Santería, Umbanda, Candomblé und Macumba gehören

Die Dundun, ursprünglich eine »Sprechtrommel« (talking drum), ist eine Sanduhrtrommel, die für die Yoruba identitätsstiftende Bedeutung hat. Um die drei Tonstufen der Yoruba-Sprache nachzubilden, nimmt der Spieler die »dundun« unter die linke Armbeuge und presst die Spannschnüre bevor oder während er mit der rechten Hand die Membran schlägt. Er erzeugt so unterscheidbare Halbtonintervalle und Glissandi. Das Dundun-Ensemble besteht aus vier unterschiedlich großen Sanduhrtrommeln und einer kleinen Kesseltrommel mit dem lautmalerischen Namen »gudugudu«. Die größte Sanduhrtrommel mit einem Tonumfang bis zu einer Oktave übernimmt die Führungsrolle. Sie heißt »iya ilu« (Mutter [iya] der Trommel [ilu]). Bei den drei anderen Sanduhrtrommeln ist die Tonhöhe durch eine quer um die Taille gebundene Schnur bestimmt. Die »iya ilu« kann gelegentlich mit den Händen geschlagen werden, ansonsten werden für alle Dunduns gekrümmte Schlägel verwendet. Die mit zwei Lederschlägeln gespielte Kesseltrommel unterteilt den Grundtakt in schnellem Tempo weiter.

Bei der Ton-Aufnahme handelt es sich um eine CD von »Smithsonian Folkways Records«, die wie immer mit einem sehr reichhaltigen und informativen Booklet ausgestattet ist:

»Yoruba Drums from Benin«, Teil 1/2

»Yoruba Drums from Benin«, Teil 2/2

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