Meines gleichen

Weil ich ihn mit einem anderen verwechselte,
den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte,
begrüßte ich einen Menschen wie einen von mir geliebten:
überschwänglich, freudestrahlend, von ganzem Herzen.

Dann aber stellte ich fest: ich hatte mich geirrt.
Er war nicht dieser, sondern ganz ein anderer;
einer, den ich in schlechter Erinnerung hatte,
dessen Art mich nervte und den ich nicht mochte.
Einer, bei dem ich froh war, dass er nicht da war.

Jetzt aber war er da – und je mehr ich ihn erkannte,
je mehr erkannte ich: Nein, ich hatte mich nicht geirrt.
Ich hatte einem Menschen als meinesgleichen begrüßt.

(Henning Sabo)

4 Gedanken zu “Meines gleichen

  1. Bernd sagt:

    Doch, Du hattest noch geirrt, aber, zu vor der Erkenntnis …

    • Henning Sabo sagt:

      Nichts und niemand irrt. 😉

      Nichts, weil es nicht irren kann.

      Niemand, weil niemand da ist, der irren könnte.

    • Sigurd Rentz sagt:

      Ich liebe Menschen, die so lieben können wie du, lieber Henning:
      „überschwänglich, freudestrahlend, von ganzem Herzen.“
      Ich freue mich auf unsere Begegnungen.
      Sigi, ein Seelenverwandter und natürlich Freund.

      • Henning Sabo sagt:

        Dann wirst Du selbst dich ebenso lieben!
        Denn auf wen träfe es besser, dieses: von ganzem Herzen?
        Danke und bis in Bälde – worauf ich mich sehr freue,
        Henning

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