Yat-Kha – »Amdy Baryp«

Der Link zum Sonntag:

Der Sänger und Musiker Albert Kuwesin, ursprünglich ein Gründungs-Mitglied der Gruppe Huun-Huur-Tu, schuf mit seinem eigenen Band-Projek Yat-Kha das neue Genre des »tuvinischen Rock«, das traditionelle Folklore aus Tuva mit Elementen westlicher Pop- und Rock-Musik verband. Charakteristisch für die Band ist Kuwesins tiefer Kargyraa-Gesang.

Ich habe ein ruhigeres Stück, eine Art Ballade ausgesucht, die Bearbeitung eines traditionellen Liedes, in dem der Sänger seiner Liebe nachtrauert, die mit ihrer Familie in weiter Ferne ist.

Yat-Kha – »Amdy Baryp«

Da ist guter Vorrat billig

Des Bemerkens wert:

In den letzten Wochen ist es ja immer mal wieder zu sogenannten Hamsterkäufen gekommen; bezüglich der bevorzugten Produkte, so habe ich gelesen, haben sich dabei nationale Unterschiede ergeben.

Das passt zu einem schon etwas älteren Zeitungsartikel, der mir gerade in die Hände gefallen ist und sich mit dem beschäftigt, was Hotelgäste – über die obligatorischen Seifen und Shampoos hinaus – gerne mal »mitgehen« lassen. Auch da scheint es nationale Vorlieben zu geben.

Während sich die Niederländer auf die Bevorratung mit Toilettenpapier und Glühbirnen bescheiden und die Deutschen eher Flauschiges in Form von Handtüchern und Bademänteln bevorzugen, haben es die Schweizer ganz praktisch in erster Linie auf den Föhn abgesehen. Italiener hingegen werden auch im Restaurant »handgreiflich« und lassen vor allem Weingläser verschwinden, der Österreicher vergreift sich lieber am Geschirr und, eher dem Schwarzen und Braunen zugeneigt, gar an kompletten Kaffeemaschinen. Volumenmäßig übertroffen noch von den Franzosen, die sich dabei nicht dem Kulinarischen zuwenden, sondern den Hotelaufenthalt gerne zur Neuanschaffung einer Fernbedienung samt Fernseher nutzen.

Da (Fern-)Reisen und (Fremd-)Übernachtungen derzeit eingeschränkt sind, ließe sich fast vermuten, dass es in den jeweiligen Ländern in den vergangenen Wochen zu einem signifikanten Anstieg der Verkaufszahlen eben jener Produkte gekommen sein müsste, die man sich dort traditionsgemäß eher im Hotel beschafft. Das wäre vielleicht mal eine Untersuchung wert.

Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob die Bevorzugung bestimmter Produkte – ob aus Hotels verschleppt oder in Krisenzeiten gehortet – irgendeinen Rückschluss auf nationale Eigenheiten oder gar die Befindlichkeit ganzer Nationen erlaubt. Solche Auffälligkeiten sollten vielleicht weniger der Bestätigung von Vorurteilen denn einer kurzfristigen Verwunderung und Belustigung dienen.

Und wie halte ich es selbst, z.B. in (eher selten von mir aufgesuchten) Hotels? Für Notizblöcke habe ich keine Verwendung, Bleistifte besitze ich zuhauf und Kugelschreiber bekomme ich auch immer irgendwie zugetragen. Seifenstücke und kleine Shampoo-Fläschchen nehme ich dagegen gerne mit und nutze sie auf Reisen; ich denke mal, die sind im Preis inbegriffen und würden angebrochen eh weggeschmissen. Für alles andere habe ich nicht bezahlt, also weder Anlass noch Rechtfertigung, es mitzunehmen.

Und Hamsterkäufe? Es gibt kaum etwas, das ich in Unmengen bevorraten muss, ich hege weder Mangel noch Furcht, somit bin ich wohl nicht für panikbedingte Hamsterkäufe prädestiniert. Zur Überbevorratung habe ich mich allerdings auch schon ein paar Mal hinreißen lassen. Das geschieht immer dann, wenn ein von mir benutztes und geschätztes Produkt aufgrund eines Ausverkaufs oder einer Geschäftsaufgabe deutlich günstiger zu haben ist. Dann lege auch ich mir schon mal einen überdimensionierten Vorrat an, der somit Jahre oder Jahrzehnte halten kann, je nachdem.

Aussäung

In den Bäumen
Die Blüten sind erfroren
Und sehen aus, als wären sie verbrannt.

Es scheint, als ob jetzt in des Daseins Säumen
Sich alle die versammeln, die niemals geboren,
Und spähten aus die Weite, die noch nicht gespannt.

Noch näher uns als alles Träumen
Die trocknen Früchte liegen, die jeder Zeit verloren,
Und säen aus, was dem Begreifen unbekannt.

(Henning Sabo)

Johann Christian Bach – Sinfonie Op. 3, Nr. 1 in D-Dur

Der Link zum Sonntag:

Von den komponierenden Bach-Söhnen schätze ich am meisten den jüngsten, Johann Christian Bach (1735-1782), auch der »Londoner Bach« genannt, der einen großen Einfluss auf die Entwicklung der klassischen Musik nach ihm ausübte.

Ich habe eine wunderbare kleine Sinfonie ausgewählt, hier in einer Live-Aufnahme des Miszla Baroque-Ensemble unter Leitung von Vanni Moretto aus dem Jahr 2017 im Rathaus St. Veit an der Glan.

Johann Christian Bach – Sinfonie Op. 3, Nr. 1 in D-Dur