Alles jetzt

»Alles jetzt – nichts später«, so steht es auf einem Plakat, das Werbung für eine weltbekannte Zuckerlimonade macht. Wahrscheinlich im irrigen Glauben, damit so etwas wie »Carpe Diem« zu propagieren.

»Alles jetzt« klingt ja auch erst mal gar nicht so schlecht, wird aber sogleich durch das »nichts später« relativiert und ad absurdum geführt.

Wird »Alles jetzt« wirklich richtig verstanden, dann bleibt kein »nichts« mehr übrig und »später« hört auf, zu existieren.

Dem »Alles jetzt« ein »nichts später« hinzuzufügen, bezeugt, in der relativen Vorstellung eines Nebeneinander und Gegeneinander, eines Entweder-Oder von »alles« und »nichts«, von »jetzt« und »später« verhaftet zu sein.

Eine solche erkennt nicht die Absolutheit, Autorität und Augenblicklichkeit des »Alles jetzt«, sondern erfindet eine Konkurrenz und einen Kampf zwischen »jetzt« und »später«, zwischen »alles« und »nichts«.

Wird »Alles jetzt« vollkommen durchdrungen, dann bleibt es absolut bestehen und ihm kann – wenn überhaupt – einzig und immer nur noch »Alles jetzt« folgen.

(Henning Sabo)

Unproblem

Kein Problem:
Keine Lösung

Keine Lösung:
Kein Problem

Brauchst Du eine Problem
Brauchst Du eine Lösung

Schaffst Du eine Lösung
Schaffst Du ein Problem

Kein Problem:
Keine Lösung

Keine Lösung:
Kein Problem

(Henning Sabo)

Genial-brutal, kollossal-marginal …

Unproblematische Grüße,
Henning

MaJa

Mal wieder (m)eine Assoziation auf eine Bemerkung in einer E-Mail:

Ich gäbe gern Ego, Ich und Verstand ab, um in der Leere aufzugehen. Immer wieder gibt es Momente, immer häufiger längere und dann kommt die Person zurück und alles Maya.

Nein: Ego, Ich und Verstand musst Du gar nicht abgeben. Das kannst Du gar nicht, niemand kann das, das ist völlig unmöglich. Um sie abgeben zu können, müssten sie erst einmal existieren. Da es aber weder Ego noch Ich, noch Verstand gibt, was willst Du abgeben?

Die Person, Maya und all die anderen unzähligen Erscheinungen sind ganz in Ordnung und haben ihren Sinn und ihre Funktion, mach dir keinen Kopf darum. Es reicht, sie zu schauen und sie als das zu sehen, was sie sind: flüchtige Erscheinungen, die kommen und gehen; nichts, was Substanz hat, nichts, was eigenständig ist.

Leere ist immer da, denn sie ist es, in dem all dies erscheint: Erscheinen erscheint, Verschwinden erscheint, Sein erscheint, Nicht-Sein erscheint. Ohne Leere gäbe es weder Etwas noch Nichts, weder Erscheinen noch Verschwinden, weder Trennung noch Vereinigung, weder Illusion noch Wahrnehmung.

Du kannst nicht aufgehen in der Leere, denn um das zu können, müsste die Leere getrennt von dir existieren, müsste sie etwas anderes sein als Du selbst. Aber die Leere ist ganz genau das, was Du bist; Du bist die Leere – und nichts anderes. Denn nichts anderes ist.

Wenn Du all das sehen kannst und still in dem verweilst, was Du wirklich bist, dann bist Du in nichts verstrickt, auch wenn Du in alles verstrickt bist. 😉

Maya eine eigenständige Existenz zuzusprechen und somit die Notwendigkeit zu schaffen, sie beseitigen, überwinden oder transformieren zu müssen, das ist die eigentliche Maya.

Aber das ist so einfach, dass es niemand verstehen will.

Herzlichst,
Henning

(Henning Sabo)

Ertüde

Des Bemerkens wert:

Überschrift auf einem kleinen Plakat – in dem es um die Vermeidung von Müll geht – auf dem Ostbahnhof in München:

PAPI-
ERTÜTE

Ich habe vergeblich versucht, im Text ein Indiz dafür zu entdecken, dass diese seltsame Trennung bewusst und willentlich vorgenommen wurde und einem bestimmter Zweck dient. Ich kann aber auch nicht glauben, dass sie versehentlich geschehen und dann auch noch übersehen wurde. Was für ein Mysterium!

Papi-
ertigerische
Gr-
üße,

Henning

Ruck, Zug

Heute, im Zug, in einer Kurve, fiel eine Jacke aus der Gepäckauflage hinunter bis in den Gang, während gleichzeitig am Ende des Wagens in gleicher Richtung von rechts nach links die Tür sich schnell und heftig schloss. Die Gleichzeitigkeit dieser Bewegung, das Rucken und Zucken des Zuges, der Zusammenklang der zuschlagenden Tür und der herunterfallenden Jacke, die Schönheit und Stimmigkeit all dessen machten mich spontan und herzlich lachen, und das Leben hatte für einen Moment wieder dieses wunderbare Aussichselbstheraussein, das ich so liebe und das das Glück so unfassbar fassbar macht.

(Henning Sabo)
Beglückende Grüße,
Henning