Am Grunde des Gedichts

Sie mögen mir fehlen, die Worte,
Wenn du nur mir bleibst,
Schweigende Stille!

Dass sinkt jede Frage
Darin zu Grunde,
Dass Antwort erblühe
Aus heiterem Nichts.

Es ist gleich, was du schreibst,
Es sind leer meine Hände,
Kein Gefühl, kein Gedanke
Wirft eine Welle
Im Meer dieses Lichts.

Wie du jedes entleibst,
Dass nicht Anfang noch Ende,
Wie ich weiß und gewahre
Dieses Große und Ganze,
Bar allen Gewichts!

Sie mögen mir fehlen, die Worte,
Wenn du nur mir bleibst,
Schweigende Stille –
Am Grunde auch dieses Gedichts!

(Henning Sabo)

Pascal Comelade – »Irregular Organs«

Der Link zum Sonntag:

Pascal Comelade ist seit über 40 Jahren bekannt für seine meist kurzen, minimalistischen Kompositionen, in denen er oft Spielzeuginstrumente verwendet. Zudem ist er auch als Film-Komponist aktiv und geschätzt. Seine Alben sind in der Regel recht kurz (meist knapp über 30 Minuten). Ich habe hier »Irregular Organs« aus dem Jahr 1982 ausgewählt.

Pascal Comelade – »Irregular Organs«

Am Fluss

Friedlich fließt der Fluss;
Nichts zeugt Erinnerung,
Nichts zeugt Visionen …

An Sonne, Hitze, Dürren,
An Stürme, Ströme, Regen,
An Durst und Überschwemmen.

Friedlich fließt der Fluss;
Nichts zeugt Erinnerung,
Nichts zeugt Visionen.

(Henning Sabo)