Gänzlich gleich

Ich sitze im Innen
Und schaue nach außen,
Und weiß, es ist gänzlich gleich

Ich kann nichts verlieren,
Ich muss nichts gewinnen,
Ich bin ohne alles, so nackt und so reich

Es sehnt kein Beenden,
Es drängt kein Beginnen,
Die Seele ruht friedlich und stille und weich

Ich sitze im Innen
Und schaue nach außen,
Und weiß, es ist gänzlich gleich

(Henning Sabo)

Don Covay – »The House Of Blue Lights«

Der Link zum Sonntag:

Heute ein soulgetränkter Blues – und was für einer! Eines der besten Blues-Stücke, wenn nicht das beste überhaupt, das mir je zu Ohren gekommen ist. Schon der instrumentale Beginn führt unmittelbar in ein tiefes Blues-Feeling hinein, und dann fängt Don Covay an, von einem völlig verkorksten Leben auf der Schattenseite zu singen, bis er sich schließlich seinen ganzen Frust von der Seele – nicht mehr nur singt, sondern – schreit. Und als wäre das nicht schon nicht genug, folgen zum Ausklang vier Minuten schleppendes Schlagzeug und wabernde Hammond-Orgel, nach zwei Minuten noch von einem herzzerreißenden Mundharmonika-Spiel gekrönt, und das alles begleitend von ein Sitar(!) im Hintergrund.

Der Titel stammt von der gleichnamigen, 1969 erschienenen LP »The House Of Blue Lights«, die Don Convay zusammen mit der »The Jefferson Lemon Blues Band« eingespielt hat und die 2002 als CD wiederveröffentlicht wurde. Es gibt einen ersten und einen zweiten Teil des Songs, auf dem Album folgen sie nicht unmittelbar aufeinander. Im ersten Link hier ist der siebeneinhalb Minuten lange »Part 1« zu hören, beim zweiten Link wurde der zweite Teil dazu gemischt, sodass es zusammen über 11 Minuten sind.

Don Covay – »The House Of Blue Lights, Part 1«

Don Covay – »The House Of Blue Lights, Part 1&2«

Abrüstung

An unseren Vorstellungen festzuhalten,
Macht uns das Wahre missachten;
Von unseren Bedingungen nicht abzurücken,
Lässt uns die Wirklichkeit verfehlen.

Wir haben alle Augenblicke alle Möglichkeiten,
Uns abzurüsten und weit und offenbar zu werden.

(Henning Sabo)