Cypress Hill – »Dr. Greenthumb«

Der Link zum Sonntag:

Heute ein ziemlich schräges Stück Hip-Hop von der Gruppe Cypress Hill aus Los Angeles. Gefunden habe ich es auf der Doppel-Kompilations-CD »Best Of Black ’99«.

Ausgewählt habe ich zwei Versionen, einmal die vom Album, die ein gesprochenes Intro enthält, das sehr schön den Charakter US-amerikanischer Werbung persifliert. Zusätzlich eine Live-Aufnahme vom »Rock im Park«, vor der auch angekündigt wird, dass dieser Song (»Dr. Greenthumb«, also »Dr. Grüner Daumen«) allen Anbauern von »Gras« gewidmet ist. Und man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Konsum desselben beim Texten dieses Stücks nicht ganz unbeteiligt gewesen ist.

Cypress Hill – »Dr. Greenthumb« (Album)

Cypress Hill – »Dr. Greenthumb« (Live)

Verdichtungen im Unbewegten

Während ich sitze und mich nicht bewege,
Füllt sich der Himmel mit immer noch dichteren Wolken,
Die die Sonne verdunkeln, die ihn gänzlich verbergen.

Während ich sitze und mich nicht bewege,
Stürzen in Glück und Unglück meine Gefühle,
Schlagen Gedanken Wunden und Purzelbäume.

Während ich sitze und mich nicht bewege,
Lösen am Himmel sich auf alle Wolken,
Bis sie ins Blaue und Leere sich klären.

Während ich sitze und mich nicht bewege,
Offenbart sich unfassbar am tieferen Grunde
Allen Daseins und Seins selbstverständliche Stille.

(Henning Sabo)

Ergebung

Ich brauche dich nicht,
Um nicht allein mit mir allein zu sein.
Ich bin gut und gern mit mir allein,
Und darin bin ich vollkommen.
Ich genieße mein Sein im Sein,
Dieses Fließen im Fließen,
Dieses Gestillte im Stillen:
In der Natur, im Absoluten,
In allen diesen Augenblicken –
In Zärtlichkeit und Schönheit,
In Selbstverständlichkeit und Soheit.

Ich brauche dich nicht,
Um ein körperliches Bedürfnis zu befriedigen.
Das kann ich mir auch selbst besorgen;
Wann immer ich dessen bedarf,
Unter meiner Regie, zu meinen Bedingungen,
Ganz ohne Spielchen und Dramen:
Eine Manifestation überkommener Phantasien.
Das mag entspannen, aber nicht erfüllen,
Befriedigen, doch nicht befrieden.
Triebe sind da, doch sie sind nicht der Motor,
Lust ist da, doch sie ist nicht das Ziel.

Ich brauche dich nicht,
Um mein seelisches Gleichgewicht zu erhalten.
In mir ist die Welt zur Ruhe gekommen;
Über das weiteste Meer hinaus bin ich gegangen
Und bin zur Quelle aller Quellen geworden.
Ob in Unfrieden auch, ich bin zufrieden,
Unabhängig von Glück, von Glückseligkeit durchdrungen.
Intuition und Impuls bestimmen mein Leben,
Nichts ist Widerspruch, nichts wirkt mir entgegen:
Ich weiß, wer ich bin und ich weiß, was ich kann,
Was ich nicht kann und wer ich nicht bin.

Aber da ist dieses Sehnen geblieben,
Dieses Sehnen, mich hinzugeben –
An einen Menschen. An dich. Auch und doch.
Da ist dieser Glaube, dass es dich gibt,
Und dass auch Du dich genau eben danach sehnst.
Dieses gänzliche Offenbaren,
Dieses vollkommene Sich-Anvertrauen.
Dieses Erspüren dieser Energien,
Die sich durch uns ineinanderbewegen.
Dieses Sich-Einlassen auf das,
Was wir nicht bestimmen, nicht verleugnen können.

Keine Ideen und Vorstellungen.
Keine Ansprüche und Bedingungen.
Keine Wertungen und Interpretationen.
Ich habe eine Geschichte, ich lasse sie vergangen sein;
Ich trage Verletzungen, ich lasse sie verwunden sein;
Ich mache Erfahrungen, ich lasse sie vergessen sein.
Da ist nicht Halt noch Halten – darin gründet mein Verwurzeln;
Ich weiß von nichts – in diesem Unwissen bleibe ich geborgen;
Ich bin gewiss – und dies Gewiss-Sein wird mich tragen.
Mir geht es nicht um Ausleben, hier geht es nicht um Beziehungen:
Dies ist der Augenblick, in dem das Sein sich ganz sich selbst ergibt.

(Henning Sabo)

Wo ich zu finden

Unter den Linden
Wirst du mich finden.
Berauscht von den Düften
All ihrer Blüten
Und lauschend dem Summen
Von hunderten Hummeln.

Unter den Linden
Wirst du mich finden.
Siehst du mich tanzen
Mit trudelnden Samen?
Spürst du mich atmen
In steigenden Winden?

Unter den Linden
Wirst du mich finden.

(Henning Sabo)