Herbsten

Vor ein paar Tagen, es war erst wenig Schnee gefallen, doch es wehte ein kräftiger Wind, ging ich einen meiner gewohnten Wege, als ich plötzlich innehielt und stehen blieb – und lauschte, etwas aufmerksamer lauschte, weil ich nicht glauben konnte, was ich hörte. Es klang nach Herbst, nach Winter nicht, nein, zweifelsfrei nach Herbst. Ich schaute in die Richtung, aus der dies Lauten zu mir wehte. Drei kleine Eichenbäume standen da, ein jeder noch erfüllt von diesen blässlich braunen, krachend trockenen Blättern, die nie zu fallen schienen. Sie alle zitterten und flatterten in diesem heftig-herben Wind – und rauschten, rauschten wie ein ganzer Wald. Ich schloss die Augen und konnte mich gar nicht satt lauschen – hinein in dieses Rauschen, das wie ein wunderbarer Spätherbstabend klang und einen milden Streifen Wärme mir auf meine Augen legte, so, als stünde die Sonne gerade eben noch über der Horizontlinie. So blieb ich stille einige Momente und atmete dies Rauschen nur immer tiefer in mich ein.

(Henning Sabo)
Verrauschende Grüße,
Henning

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.