Entwehen

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Die Wurzel wurzelt fest im Grund.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Es folgt ihm, stürmisch, luftig, lind,
Es schwenkt nach hier, es schwankt nach dort,
Sinkt gänzlich nieder, hebt sich fort,
Neigt sich gen Osten, drängt nach Westen,
Scheint alle Richtung auszutesten.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Die Wurzel wurzelt fest im Grund.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Es traut sich an, bewusst und blind,
Es zeichnet nach das Ab und Auf,
Kennt Aufenthalt und auch Verlauf,
Es liegt im Schatten, wirft den seinen,
Scheint mal zu trennen, mal zu einen.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Die Wurzel wurzelt fest im Grund.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Es ist, wie alle Gräser sind,
An jedem Ort, zu aller Zeit,
Und ist doch einzig und befreit,
Nun allem Wehen zu entschweben
Und sich der Wurzel zu ergeben.

Das Gras weht – frei und leicht – im Wind,
Die Wurzel wurzelt fest im Grund.

(Henning Sabo)

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