Den Vergangenen

Den Vergangenen

Ich sah, die ganze Welten trugen,
So viele sah ich plötzlich geh’n;
Doch ich, kaum mächtig, zu ertragen,
Ich blieb es über und besteh’n.

Ich trau dem Glücke und der Gnade wohl,
Doch nicht mehr der Gerechtigkeit;
Ich tränke eine Träne euch zum Wohl,
Und widme dieses Lied dem Mörder Zeit.

Wo mag er sein, der weite Raum,
Der uns einander nicht verwehrt?
Ich wähne mich in einem fremden Traum,
Und alles scheint in sich verkehrt.

Ich spende Trost dem Leben
Und allen, die darin noch sind;
Wir würden uns so gern ergeben –
Ins Wissenlose, wie ein Kind.

Die Reihen sind so weich und offen,
Der Reim wird nur noch angezählt;
Es bleibt an uns jetzt, euer Hoffen,
Dass Dasein nicht das Sein verfehlt.

(Henning Sabo)

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