Paul Kuhn & Hase Cäsar

Der Link zum Sonntag:

»The party is over, let’s call it a day … Take off your makeup, the party is over … Now you must wake up, let’s call it a day …«

Am 23. September ist im Alter von 85 Jahren einer der ganz Großen der deutschen Jazz- wie Unterhaltungs-Musik verstorben, Paul Kuhn. Ein Vollblutmusiker, der gleichermaßen als Pianist, Sänger, Bandleader, Komponist, Arrangeur und Musik-Produzent hervorgetreten ist, und der wie so viele noch bis ins hohe Alter auf der Bühne gestanden hat. Nachruf von WDR 4 (Bild 2 zeigt Kuhn im Studio mit Hase Cäsar).

Paul Kuhn hat schon als Jugendlicher den Jazz kennen, lieben und spielen gelernt, ist dieser Liebe immer treu geblieben und schließlich die letzten Jahrzehnte seines Lebens wieder ganz zu ihr zurückgekehrt. Einem größeren Publikum bekannt und dann lange Zeit auch auf diese Genres festgelegt wurde er in den 50er Jahren mit lässig gesungenen deutschen Schlagern (»Der Mann am Klavier«, »Es gibt kein Bier auf Hawaii«, »In einer kleinen Konditorei«) und eingängigen Big-Band-Arrangements. In der Folge arbeitete Kuhn bis Ende der 70er Jahre als Arrangeur und Leiter verschiedener Big-Bands im Fernsehen, begleitete so unzähligen Fernsehsendungen, spielte in vielen Fernsehfilmen mit und hatte zeitweise auch eigene Sende-Formate (z.B. »Pauls Party«).

Zwar ist mir weder Kuhns Jazz- noch seine Unterhaltungsmusik wirklich ans Herz gewachsen, aber ich habe ihn immer als einen sehr integren Musiker wahrgenommen, der ganz für die Musik lebte. Mir ist er vor allem als zeitweiliger Partner der Klappmaulpuppe »Hase Cäsar« aus der Fernseh-(Kinder-)Sendung »Schlager für Schlappohren« in Erinnerung. Das »Biddeschöööön!«, mit dem Cäsar jeweils den nächsten Beitrag ankündigte, wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Und das, was Cäsar, bzw. der ihn bespielende Wolf Burresch in dieser 1967 bis 1972 ausgestrahlten Sendung an wortgewitzten Weisheiten und Frechheiten von sich geben durfte, war für die damaligen bundesrepublikanischen Verhältnisse schon recht gewagt und kritisch. Leider habe ich aktuell keinen Ausschnitt aus dieser Sendung finden können – aber zumindest entdeckt, dass es wohl noch mehr Fans dieses aufgeweckten und aufmüpfigen Hasen gibt, der ihre Kindheit begleitet hat und den sie liebend gerne mal wieder sehen würden. Hier ein Mini-Schnipselchen:

Hase Cäsar 1982

Im Ausschnitt einer Sendung (1989?) über Peter René Körner, der als Schauspieler gleichfalls als Partner von Hase Cäsar und dem ebenso von Wolf Burresch gespielten Hund Wuschel auftrat, ist Cäsar noch mal kurz im Rückblick zu sehen und darf in Gegenwart von Wolf Burresch noch mal »aufleben« [wie liebevoll und unbekümmert TV einmal war!]:

Kaspar und René

Generelle Infos zum Hasen Cäsar und seiner Fernseh-Karriere:

TV-Kult: Der Hase Cäsar

Aber fort von dieser liebevoll angestaubten Fernseh-Nostalgie und zurück zu Paul Kuhn. Das, was ich ebenso mit seinem Namen verbinde, ist seine Version des Liedes »Mah-Na-Mah-Na«. Seltsamerweise ist auch davon leider keine komplette Aufnahme im Internet zu finden.

Trösten wir uns also mit einem etwa 60-minütigen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2012 von den Jazztagen in Leverkusen:

Paul Kuhn & Band – Live von den Jazztagen Leverkusen 2012

Dann deshalb

Wenn ich einen Mangel empfinde,
Dann deshalb,
Weil ich mir etwas vorenthalte.
Wenn ich mich unbefriedigt fühle,
Dann deshalb,
Weil ich mein Wesentliches nicht befriedige.

Wenn ich mit allem hadere,
Dann deshalb,
Weil ich im Augenblicke zögere.
Kann ich nicht wirklich sein, was ich bin,
Dann deshalb,
Weil ich nicht lebe, wer ich bin.

(Henning Sabo)

Unerzählte Geschichten 11

Die Geschichte eines Kindes,
das seine sterbende Mutter bittet,
doch noch so lange zu bleiben,
bis es versteht.

(Henning Sabo)

Wie die vorigen – »Heute (Blog)« vom 24. bis 27. Januar, vom 7., 14., 21. und 28. September und vom 8. Oktober 2013 –, beruht auch diese »Unerzählte Geschichte« auf alten Aufzeichnungen (diese aus dem Jahr 1982), die ich gerade erst »wieder entdeckt« habe. Obwohl ich diese nahezu unverändert übernehmen konnte, habe ich mich entschlossen, diese Geschichten mit dem Datum ihrer jetzigen Wiederentdeckung und Ausformulierung zu versehen.

Schweben im Raum (Pole Dancing)

Der Link zum Sonntag:

In dem Video, das ich letzte Woche hier vorgestellt habe, fand auch eine senkrecht im Boden verankerte Stange Verwendung. Das hat mich an ein anderes Video erinnert und daran, dass mir der Begriff »Pole Dancing« (und dessen Bedeutung) vor einem dreiviertel Jahr noch völlig unbekannt war. Ich hatte auf einer CD einen guten Remix von »Moby – Porcelain« gehört und auf »DuSender« nach dem Original gesucht, da man bei einem Remix ja nie genau weiß, was da original und was hinzugefügt ist. Dort wurde mir dann auch ein Video »Pole Dancing Freestyle« angezeigt. Da mir diese Bezeichnung nichts sagte und ich prinzipiell neugierig bin, klickte ich es an. Ich sah eine leicht bekleidete junge Frau vor einer Stange – ah, »Pole« – und dachte, aha, das ist dann wohl so was wie »Table Dancing«. Das kenne ich zwar auch nicht aus eigener Anschauung, aber in manchen Filmszenen, die in Bars spielen, sind solche auf Tischen und Tresen tanzenden Damen zu sehen, die sich bemüht lasziv um eben solche Stangen winden.

Auf solches gefasst hat mich die junge Frau in diesem Video, Allison Sipes mit Namen, doch sehr positiv überrascht. Das hier hat nichts Angestrengtes oder Anrüchiges, es ist reine Ästhetik, faszinierend natürlich und vollkommen schwerelos. Sinnlich und anziehend, aber keinen Moment lang anzüglich oder plump. Und das Ganze fließt so wunderbar leicht und anmutig dahin, dass ich meine Augen gar nicht davon abwenden konnte und mir das Video gleich mehrmals angesehen habe. Man kann nur erahnen, was für einen Kraftakt sie hier leistet, welcher Körperbefreitheit es bedarf, und was für eine Kunst es ist, all das so mühelos und selbstverständlich, so leicht und spielerisch wirken zu lassen. Meine Hochachtung vor einem solchen Ausdruck von Grazie und Gnade an einer Stelle, an der ich ihn nicht vermutet hätte:

»Pole Dancing Freestyle – Moby Porcelain«.

Überlebter

Ich bin Überlebter
Ein Anachronist
Mein Computer heißt Hirn
Und ich hab ihn im Kopf
Nicht auf dem Tablett

Ich bin Überlebter
Ein Anachronist
Mein Kommunikator heißt Herz
Und ist hier und lebendig
Not social and smart

Ich bin Überlebter
Ein Anachronist
Ich lächle dir zu –
Von Augenblick
Zu Augenblick

(Henning Sabo)
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