Unerzählte Geschichten 12

Die Geschichte eines alltäglichen Menschen,
der, mit einem schmalen Boot einen schmalen Fluss überquerend,
bemerkt, dass nicht nur das Ufer, von dem er sich abgestoßen hat,
sondern auch jenes, an dem er festzumachen plant,
sich umso weiter entfernt, je weiter er fährt,
sodass das Flüsschen ein breiter Fluss
und schließlich ein weites Strömen wird;
ein riesiger See, ein Meer, ein gigantischer Ozean,
ein Nichts aus Wasser und Wellen
mit rundherum unendlichen Horizonten –
und nirgends ein Ufer zu sehen
noch eines abzusehen.

(Henning Sabo)

Wie die vorigen – »Heute (Blog)« vom 24. bis 27. Januar, vom 7., 14., 21. und 28. September, vom 8. und 15. Oktober 2013 –, beruht auch diese »Unerzählte Geschichte« auf alten Aufzeichnungen (aus dem Jahr 1982), die ich gerade erst »wieder entdeckt« habe. Obwohl ich diese nahezu unverändert übernehmen konnte, habe ich mich entschlossen, diese Geschichten mit dem Datum ihrer jetzigen Wiederentdeckung und Ausformulierung zu versehen.

Karte »AkzepTanz«

Hier das Schrift-Bild »AkzepTanz«, das ich entworfen habe, um eines der offenbaren Geheimnisse des Lebens in eine Form zu fassen. Im Rahmen der »Poesie-Patenschaften« wie immer wunderbar gestaltet von »HerzWerk – Gestaltung für besondere Menschen und Projekte«. Die Patenschaft für diesen Text habe übrigens ich selbst übernommen ;-). Alle weiteren Karten findest Du unter »In Druck (Text-Karten)«.

Akzeptanz

Der ohne Ort

Ich habe keinen Grund.
Das ist mein Grund.
Ich habe keinen Halt.
Das ist mein Halt.

Ich bin ohne Bleibe.
Das ist meine Bleibe.
Ich bin ohne Größe.
Das ist meine Größe.

Wo nichts sich vereint,
Weil nichts sich verfehlt,
Dort ist mein Ort,
Der ohne Ort.

Wo nirgends ein Licht,
Weil nirgends kein Licht,
Dort bin ich ich,
Weil ganz ohne Ich.

Wenn keiner begreift,
Begreift es sich selbst.
Wenn nichts sich erzeugt,
Dann ist einzig ist.

(Henning Sabo)
Seite 250 von 289
« Erste...1020...249250251...260270...Letzte »