Dies

Nichts ist ein ewiges Etwas,
Doch alles ist das,
Was es eben jetzt ist –
Und ist ganz genau:
Einzig Dies.

Identisch sich selbst,
Doch jedem erscheinend
Als ein Verschiedenes,
Als ein Anderes.

So erscheinend, verschwindend,
Nie ein ewiges Etwas,
Doch stets ganz genau
Und immer nur:
Dies.

(Henning Sabo)

Überführt

Was für ein Strauchdieb
Hat aus den Bäumen
All diese Äste geknickt?
Hat die zartgrünen Blätter,
Die noch unreifen Samen
Von den Zweigen gerissen,
Auf die Wiesen und Wege gestreut,
Zwischen die Tore und Türen gesät?

’s war der stürmische Wind …
’s war der stürmische Wind …

(Henning Sabo)

Fast vom Wind verweht, dann aber doch noch in Worte überführt …

Strauchelnde Grüße,
Henning

Genügsamen

Es würde genügen

Es würde genügen
Einen Moment lang inne zu halten

Einen Moment lang inne zu halten
Und einfach zu schauen

Und einfach zu schauen
Was ist und was da ist

Was ist und was da ist
Zu lieben, zu leben

Zu lieben, zu leben:
Es würde genügen

(Henning Sabo)

Nicht Vor- noch Hinterhalt:
Nur einfach Innehalt

Genügsame Grüße,
Henning

Verständigung (Nicht von hier)

»Wie geht es deiner Frau?«, frage ich einen Bekannten.
Er antwortet, sie habe immer noch keine Arbeit gefunden.

Ich frage meine Mutter: »Was hast Du noch vor in diesem Leben?«
Sie zählt mir die Termine auf der nächsten zwei Wochen.

Ich lese meine Gedichte auf einer Veranstaltung.
»Sie sind nicht von hier, oder?«, ist die einzige Rückmeldung.

(Henning Sabo)
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