Nichts zu wissen,
Manches zu ahnen,
Vieles zu kennen,
Alles zu sein.

Welche Leichtigkeit der Augenblicke,
Welche Klarheit des Empfindens,
Welche Flüchtigkeit der Welt …

Der Mond hinter den Bäumen,
Der tief gebläute Himmel:
Welches Entzücken!

Tief geht mein Atem,
Tiefer als alle Zeit;
Hoch schlägt mein Herz,
Höher als jegliche Schranken.

Ich dehne mich aus
In das, was ich bin;
Ich suche mich heim
In unendlichem Finden.

Von hieraus geht keine Reise,
Nach hierhin mündet kein Ziel.
Nirgendwo geschieht mir Verlieren,
Und nirgends wartet Gewinn.

Alles ist da –
Und es braucht keinen Sinn.

(Henning Sabo)

Gefühle kommen und gehen
Ein Windhauch
Den der Abend
Nicht mehr erinnert

Was wir denken
Taucht auf und verschwindet
Gischt auf den Wellen
Die den Grund nie berührt

Das Herz, das geöffnet
Hält nichts gefangen
Die Gabe der Liebe
Gibt an alles sich hin

Wohin ich auch schaue
Ich sammle mein Lächeln
Die Tiefe des Wassers
Kräuselt kein Wind

(Henning Sabo)

Wenn ich sterbe, ich weiß
Verändert sich nichts

Denn mein Körper ist Erde
Und mein Geist ist die Luft
Und die Seele ist Eine
Die bleibt, was sie ist

Es stirbt nur mein »Mein«
Mein »Mir« und mein »Mich«
Sichtbar zerstört
Wird der Traum eines Ich

Wenn ich sterbe, ich weiß
Verändert sich nichts

(Henning Sabo)

Mit nichts bin ich
Dereinst gekommen
Ohne ein Etwas werde ich gehn

Was immer ich
Im Wahn gesammelt
Wird vor der Wahrheit
Nicht bestehn

Und was als Mein und Ich
Ich hab betrachtet
Werd ich als Nichts und Eines
Wieder sehn

Mit nichts bin ich
Dereinst gekommen
Ohne ein Etwas werde ich gehn

(Henning Sabo)

Never will I stop
singing my song

Before I began
there was singing through me
When some day I end
there will be singing through me

I call it mine
but I already know:
it doesn’t belong to me

Never will it stop
singing through me

(Henning Sabo)

Nie hör ich auf
Mein Lied zu singen

Bevor ich begonnen
Da sang es durch mich
Und wenn ich einst ende
So singt es durch mich

Ich nenne es: mein
Und weiß doch:
Mein ist es nicht

Nie hört es auf
Zu singen durch mich

(Henning Sabo)

Träumt ich nicht einst
Ein anderes Leben?
Einen tieferen Geist?
Ein höheres Wesen?

Tage um Tage vergehen
Schritte um Schritte setz ich voran
Dies nennend: mein Leben
Dies: meinen Untergang

Träumt ich nicht einst
Ein anderes Leben?
Einen tieferen Geist?
Ein höheres Wesen?

(Henning Sabo)

Ich lernte nie, das Segel hissen
Und auch das Ruder halten
Kann ich nicht
Es war nie mein, das Netz zu flicken
Und selbst zu schwimmen
Weiß ich nicht

Nur manchmal, in der Morgenstille
Wenn leis die Sonne sich erhebt
Spür ich im lichten Tanz der Wellen
Dass unser Schiff bald untergeht

Und hebe an
Ein Lied davon zu singen:

Ich lernte nie, das Segel hissen
Und auch das Ruder halten
Kann ich nicht

(Henning Sabo)
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