Wilhelm Friedemann Bach – Sinfonien

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Johann Sebastian Bach war nicht nur in Hinblick auf seine musikalische Kompositionen sehr produktiv, mit seinen beiden Ehefrauen hat er insgesamt auch zwanzig Kinder gezeugt, fünf Söhne und zwei Töchter aus erster Ehe mit Maria Barbara Bach, sechs Söhne und sieben Töchter aus zweiter Ehe mit Anna Magdalena Bach. Die Hälfte seiner Kinder starb – damals nicht ungewöhnlich – vor dem dritten Lebensjahr. Fünf der sechs Söhne, die das Erwachsenenalter erreichten, wurden Musiker, als Komponisten übertrafen vier von ihnen zeitweise den Ruhm ihres Vaters und werden bis heute aufgeführt: Wilhelm Friedemann (22. November 1710 – 1. Juli 1784), Carl Philipp Emanuel (8. März 1714 – 14. Dezember 1788), Johann Christoph Friedrich (21. Juni 1732 – 26. Januar 1795) und Johann Christian (5. September 1735 – 1. Januar 1782). Johann Gottfried Bernhard (11. Mai 1715 – 27. Mai 1739) wurde ebenfalls Organist, Kompositionen sind von ihm nicht überliefert.

Ab etwa 1730 wurde die in ihrer polyphonen Verflechtung selbständiger Stimmen eher streng wirkende Musik des Spätbarock zunehmend als zu schwer empfunden. Träger des musikalischen Ausdrucks wurde mehr und mehr die oben aufliegende Melodie, die Satztechnik ging von linear (Kontrapunkt) zu vertikal (Harmoniebildung) über. Folglich wurden auch die Kompostionen Johann Sebastian Bachs »unmodern« und immer seltener öffentlich aufgeführt. Zwar hielten seine Söhne seinen Nachlass lebendig, trugen gleichzeitig aber – wohl auch im Bestreben, sich gegen das übermächtige Erbe des Vaters abzusetzen – sehr entscheidend zur Begründung und Entwicklung dieses neuen Stils bei und schufen somit zusammen mit der »Mannheimer Schule« und der »Wiener Schule« wesentlich das, was wir heute als Vorklassik bezeichnen.

Ein gutes Beispiel dafür gibt bereits die Musik des ersten Sohnes Wilhelm Friedemann Bach, aufgrund seines langjährigen Wirkens (1746 bis 1764) als Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle (Saale) auch der »Hallesche Bach« genannt. Er gilt sowohl als talentiertester, aber auch glücklosester (u.a. starb er verarmt) der Bach-Söhne, seine Brüder schätzten ihn als Komponisten, als Organist war er vor allem auch wegen seiner Kunst der Improvisation berühmt, Christian Friedrich Daniel Schubart schrieb: »Unstrittig der größte Organist der Welt! Er ist ein Sohn des weltberühmten Sebastian Bachs, und hat seinen Vater im Orgelspiel erreicht, wo nicht übertroffen.« Ich möchte hier kein Werk für Orgel (oder andere Tasteninstrumente) vorstellen, sondern seine Sinfonien, die sich vielleicht schon am meisten vom Barock abheben und eine neue Zeit erklingen lassen:

Wilhelm Friedemann Bach – Sinfonien

Between – »Contemplation«

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Auf einer enttäuschenden Kompilations-CD mit Namen »The Bombay Jazz Palace« finden sich diverse Stücke verschiedener Interpreten, deren gemeinsames Merkmal es ist, dass sie – in den 70er Jahren erschienen – Einflüsse indischer Musik enthalten und sich irgendwie dem Jazz zuordnen lassen. Darunter auch das Stück »Contemplation« der gleichnamigen, 1977 erschienen LP der Gruppe »Between« um den Komponisten Peter Michael Hamel. Die hatte schon Ende der 60er Jahre begonnen, Musik zu spielen, die Einflüsse aus verschiedensten Kulturen verarbeitete, »Weltmusik« würde man heute sagen. Besagte LP und zwei weitere dieser Gruppe habe ich damals besessen und gerne gehört. So mag ich an dieser Stelle auch die komplette LP vorstellen, die bereits ein sehr gelungenes Beispiel dieses Genres darstellt und immer noch schön anzuhören ist:

Between – »Contemplation« (LP)

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